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Deutsches Staatstheater Temeswar

Der Hässliche

von Marius von Mayenburg
Inszenierung: Theodor-Cristian Popescu

Lette ist hässlich und weiß es nicht. Eines Tages muss er jedoch erfahren, dass eben sein wenig ansprechendes Äußeres der Grund ist, weshalb es sein Chef nicht zulässt, dass er seine neueste Erfindung auf einem Kongress selbst präsentiert. Als sich herausstellt, dass Schönheit eben nicht im Auge des Betrachters liegt und auch Lettes Frau vermeidet, ihn anzusehen, entschließt er sich zu einer Operation, die beruflich und privat einschneidende Veränderungen mit sich bringt: Auf einmal wird seine Kompetenz honoriert, und er kann sich vor Verehrerinnen nicht mehr retten. Als sein neues Gesicht jedoch zum Verkaufsschlager wird, wendet sich das Blatt ein zweites Mal.

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DOWNLOAD > Vlaicu Golcea - Berlin Mitte - Der Hässliche OST - 2011

Vlaicu Golcea - Am ce nu are nimenea - Der Hässliche OST - 2011

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Interview mit Marius von Mayenburg 

"Der Hässliche" erscheint als ein ganz neuer "Mayenburg", kein ernstes Stück aus den Seelenlandschaften der Zeitgenossen, sondern eine mit trockenen Pointen durchgeschriebene, fast angelsächsische Boulevardmaschine, die schauspielerseits wenig Psychologie braucht, sich sehr ökonomisch über Plot und Pointe vorwärtstreibt. Ein Stück wie fürs Londoner Royal Court.

Die machen's demnächst auch. Diese Art zu schreiben ist für mich gar nicht so ungewöhnlich, eigentlich eher ein Rückgriff auf Techniken, die mir schon früher Spaß gemacht haben: meine ersten Einakter oder, noch früher, meine Puppenspiele. War also keine Offenbarung für mich oder gar der Wunsch, etwas ganz Neues machen zu wollen.
[...]

Und wie gelang der Übergang zur Schönheitschirurgie?

Die Schönheitschirurgie funktioniert in dem Stück wie ein Zaubertrick. Dieser theatrale Vorgang hat mich gereizt, dass man mit dem Finger schnippt und jemand ist plötzlich jemand anderes...

...der übergangslose Wechsel der drei Frauen, die den gleichen Mann jeweils anders sehen und von derselben Schauspielerin gespielt werden...

...das Verwandeln des Schauspielers in unterschiedlichen Rollen, aber auch das Verwandeln selbst als operativer Eingriff auf der Bühne. Auch damit zu spielen, dass wir als Zuschauer ausgetrickst werden und uns die kennzeichnende Maskerade vorenthalten wird.

Das schöne und das hässliche Gesicht, vor oder nach der Operation, ist auf der Bühne dasselbe...


...die Unterscheidung spielt sich nur im Auge des Betrachters ab. Dazu kommt das Prinzip der Verdoppelung: Sobald man einen Menschen in einen anderen verwandeln kann, kann man alle Menschen in diesen anderen verwandeln. Ich bin nur ein bisschen traurig, dass ich nicht auch noch daran gedacht habe, auch die Frauen in Lettes zu verwandeln, die Geschlechtergrenzen zu überschreiten. Aber das Prinzip von Verwandlung, Täuschung, die Frage, was ist eine tatsächliche physische Veränderung, was findet nur im Kopf des Zuschauers statt, dieser Pool von Ideen hat mir großen Spaß gemacht.

Es beginnt damit, dass Lette hässlich durchs Leben geht und das gar nicht weiß.

Darüber habe ich mit vielen Leuten geredet, die mir erzählt haben, dass es einen Moment in ihrem Leben gab, an dem sie überlegt haben, dass sie vielleicht behindert sind, vielleicht ist man als einziger anders, und die anderen wissen es alle, nur man selbst weiß es nicht. Diese paranoide Fantasie hat eine eigenartige Faszination. Scheint vielen Leuten so zu gehen.

Franz Wille. "Die japanische Lösung." Interview mit Marius von Mayenburg. Theater heute, 4/2007. S. 46-48.


Premiere: 15. Oktober 2011 19:00
Dauer: 01:15

Besetzung

Spielleitung
Theodor - Cristian Popescu

Bühne und Kostüme
Velica Panduru

Light-Design
Lucian Moga

Choreographie
Florin Fieroiu

Dramaturgie
Valerie Seufert

Sound-Design
Octavian Horváth

Musik
Vlaicu Golcea


Regieassistenz
Daniela Török

Inspizienz
Costinel Stănescu
Laurence Rippel

Soufflage
Vali Velimirovici

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